Hornisgrinde

Die Hornisgrinde im Schwarzwald

Im überwiegend geschlossenen bewaldeten Gebiet des Nordschwarzwaldes erheben sich eine Vielzahl von Bergen über 1000 Meter mit kantigen Gipfeln oder mit Hochflächen, auf denen sich durch die vor mehr als 500 Jahren zur Nutzung als Weidefläche begonnene Rodung entstandenen Grinden erstrecken. Die heute beinahe baumfreien Feuchtheiden stehen seit 1992 unter Naturschutz.

Am Westrand des Nordschwarzwaldes findet man nördlich und südlich eingebettet in Höhen von über 1000 Meter mit 1164 Höhenmetern den höchsten Berg. Sein fast 2 Kilometer lang gestreckter Bergrücken gab ihm seinen Namen Hornisgrinde.

Das bis zu 5 Meter starke unbewaldete Hochmoor im südöstlichen Teil der Grinde ist sehr beeindruckend. Mit Rasenbinse, Pfeifengras, Erika und kleinen Gruppen strauchförmiger Latschenkiefern bewachsen und mit verschiedenen Arten von Moosen bedeckt erlebt die Hochebene wegen ihrer einzigartigen Kulturlandschaft und zur Erhaltung der Lebensräume selten gewordener Tiere wie Kreuzottern, Auerhähne und Wiesenpieper besonderen Schutz.

Am westlichen Rand fällt der Berg in kurzer Entfernung von nur 8 km über 1000 Höhenmeter steil ab. Das macht den Blick hinunter über die Rheinebene möglich und mit ein bisschen Glück bis weit zu den Vogesen. Wer am höchsten Punkt des Berges den 7 Meter hohen Bismarckturm besteigt, kann den Rundblick über die zahlreichen Berge des Schwarzwaldes, Teile des Pfälzerwaldes und der Schwäbischen Alb genießen und gar einige Gipfel der Alpen erspähen.

Zur Einkehr und Stärkung findet man die Grindehütte. Schwarzwälder Gastlichkeit und das eindrucksvolle Panorama laden zum Verweilen ein.

Schwarzwaldhochstraße mit Punkt Hornisgrinde.

Wissenswertes über die Hornisgrinde

Der öffentliche Zutritt des Hornisgrinde- Plateaus war bis 1997 verwehrt. Einige Betonstützen erinnern noch heute an den hohen Sperrzaun um das Plateau, das bis dahin in der Hand des französischen Militärs lag.

Der Westweg als ältester Höhenweg Deutschlands und als Teil des Europäischen Fernwanderwegs E1 durchquert das tiefeingeschnittene Murgtal und führt als Höhenwanderweg über die Grindenflächen des Nordschwarzwaldes vorbei am Mummelsee und auch über den Bergrücken der Hornisgrinde.

Ein Holzbohlenweg über das Hochmoor der Hornisgrinde ermöglicht Rollstuhlfahrern und allen, die weniger gut zu Fuß unterwegs sind, das Gipfelerlebnis.

Aufgrund er hohen Windgeschwindigkeit entstanden auf der Hornisgrinde der höchstgelegene und nunmehr älteste Windpark Deutschlands.
Am Rande der Hochfläche erinnert der Dreifürstenstein aus dem Jahre 1722 als ehemaliger Grenzpunkt daran, dass seinerzeit dort die Markgrafschaft Baden, das Herzogtum Württemberg und das Fürstbistum Straßburg zusammentrafen.

Der Weg zur Hornisgrinde

Die Hornisgrinde ist mit dem PKW aus allen Richtungen sehr gut zu erreichen, wenn man die B 500 ansteuert. Die Schwarzwaldhochstraße als 60 Kilometer langes Teilstück der B 500 auf über 800- 1000 Meter Höhe zu befahren ist allein schon ein Erlebnis.
Aus dem Westen, von Achern aus kommend, gelangt man mit über die L 86 zur Schwarzwaldhochstraße bis zum Mummelsee mit Abzweig Hornisgrinde. Wer es bequem haben möchte, nimmt den Bus. Die Panoramalinie 423 führt durch die Rheinebene von Achern bis auf den Gipfel.
Vom Parkplatz Mummelsee entlang des ausgewiesenen Lehrpfades gelangen Wanderer nach ca. 2 Kilometern zum Gipfel und erfahren viel Wissenswertes über Fauna und Flora. Es handelt sich hier um einen sehr steilen Weg, aber über eine feste Straße auf der auch Busse fahren.

In der Nähe

Empfehlenswert ist ein Besuch des am Westhang der Hornisgrinde gelegenen Blumen- und Weindorfes Sasbachwalden. Hier kann man sich durch seine Bebauung in Fachwerk, die Landschaft aus Weinbergen und Wiesen, Wäldern mit Wasserfällen und wildromatischen Schluchten erfreuen und vom Schwarzwälder Kirschwasser, am besten aus einem der Schnapsbrunnen am Wegesrand, verführen lassen.
Um den an der Schwarzwaldhochstraße direkt gelegenen sagenumwobenen Mummelsee mit seiner idyllischen Lage zwischen bewaldeten Berghängen führt ein barrierefrei ausgebauter Rundweg, der als Kunstpfad gestaltet ist. In unmittelbarer Nähe findet man für einen optimalen Rundblick den 23 Meter hohen über 100 Jahre alten Hornisgrindeturm aus Buntsandstein.
Südlich der Hornisgrinde liegt der Ruhestein mit der Großen Ruhesteinschanze. Das dortige Nationalparkzentrum bietet ganzjährig für Wanderer und Biker eine Vielzahl an Möglichkeiten, Wissenswertes durch eigene Erkundungen hautnah zu erfahren. Vieles ist auch für Besucher mit körperlichen Beeinträchtigungen geeignet.
Wintersportler haben auf der 14 Kilometer langen Rundloipe um den Gipfel der Hornisgrinde mit Zugängen am Mummelsee, am Bergsattel Seibelseckle und am Bergsattel Unterstmatt Gelegenheit für den Langlauf auch in Skating Technik.