Der Lotharpfad ist ein sehr ungewöhnlicher kleiner Erlebnispfad im Schwarzwald / Baden-Württemberg. Er wurde nämlich nicht vom Menschen erschaffen, sondern von der Natur. Am 26. Dezember 1999 fegte der Orkan „Lothar“ mit über 200 km/h über Deutschland hinweg und richtete teilweise großen Schaden an – unter anderem auch im Schwarzwald rund um den Schliffkopf.

Der Sturm schlug eine breite Schneise in den Wald und machte etliche Hektar Wald dem Erdboden gleich. Das meiste wurde wieder aufgeforstet oder anderweitig verwendet, aber das Gebiet um den heutigen Lotharpfad wurde einfach sich selbst überlassen. Einerseits wurde dies gemacht, um die Regeneration der Natur für Forschungszwecke zu beobachten, andererseits, um Anwohnern und Touristen eine Möglichkeit zu geben, sich anzuschauen, wie die Natur sich von einem großen Unwetter erholt. Aus letzterem Grund entstand dieser sogenannte „Sturmwurf-Erlebnispfad„, der Lotharpfad, welcher 2003 eingeweiht wurde und seit 2014 von der Nationalparkverwaltung Schwarzwald unterliegt.

Was gibt es zu sehen auf dem Lotharpfad?

Auf diesem besonderen kleinen Wanderpfad kann vor allem betrachtet werden, wie die Natur sich von einem großen Unwetter erholt. Totholz bietet viele Nährstoffe und so konnten in recht kurzer Zeit neue Bäume, andere Pflanzen und Pilze entstehen und viele Insekten und kleine Tiere ein neues Zuhause finden. Überall im Gebiet um den Lotharpfad gibt es etwas zu entdecktn, von Pflanzen, die sich ihren Weg zum Licht bahnen über Pilze, die an allen möglichen und unmöglichen Stellen aus dem Boden wachsen bis hin zu Käfern, die emsig ihren Beschäftigungen nachgehen. Wen die Natur fasziniert und wer eine Liebe für Details hat, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Heute ist der Pfad ein Holzsteg und somit für „Jedermann und -frau“ gut begehbar. Unterwegs finden sich immer wieder Aussichtsplattformen, von denen aus man einen wunderbaren Blick ins Umland Richtung Oppenau und Ottenhöfen und in Richtung Nordschwarzwald hat. Kleiner Tipp: Von hier kann auch der Sonnenuntergang hervorragend bewundert werden.

Wie komme ich zum Lotharpfad?

Der Lotharpfad liegt etwa 43 Kilometer südlich von Baden-Baden an der B500 und ist somit mit dem Auto problemlos zu erreichen. Von Freudenstadt, das südöstlich liegt, braucht man mit dem Auto nur 20 Minuten. Direkt am Pfad gibt es einen Parkplatz.
Wer sich lieber aufs Fahrrad schwingt, sollte von Freudenstadt 1 Stunde und 20 Minuten einplanen, von Baden-Baden dauert es 3 Stunden 20.
Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man zum Lotharpfad, die Linie 12 fährt werktags aus Freudenstadt, an Sonn- und Feiertagen ist es die Linie F2. Ausgestiegen wird an der Haltestelle „Lotharpfad“.

Wie ist die Tour?

Für die Wanderung auf dem Lotharpfad wird kein spezielles Equipment gebraucht, da man sich auf gut befestigten Stegen, Brücken und Treppen bewegt und nur 25 Höhenmeter macht.Wichtig ist aber, dass man sicher auf den Beinen ist, da es zwischendurch keine Ausstiegsmöglichkeiten vom Pfad gibt. Der Pfad ist etwa 900 Meter lang und bewegt sich auf einer Höhe von 909-926 Metern über Meeresspiegel. Für die Wanderung brauchen durchschnittliche Wanderer etwa eine halbe Stunde, aber natürlich gibt es auch vieles zu entdecken und somit kann die Zeit auch etwas länger werden. Darum gilt, wie für jede Wanderung: Genug Wasser und eine Kleinigkeit zu Essen sollten nicht fehlen!

Für wen ist die Tour geeignet?

Die Wanderung auf dem Lotharpfad ist beinahe für jeden geeignet, auch für Senioren ist sie gut schaffbar, sofern sie noch gut zu Fuß sind und Treppen steigen können. Auch Kinder haben auf dem Lotharpfad ihren Spaß, da es jede Menge zu entdecken gibt. Fahrradfahren ist auf dem Lothardpfad nicht erlaubt, der Lotharpfad ist leider auch nicht barrierefrei.

Wann kann der Lotharpfad begangen werden?

Der Lotharpfad ist rund um die Uhr das ganze Jahr geöffnet. Die schönsten Jahreszeiten für die Wanderung sind Frühling, wenn alles Leben wieder erwacht, Sommer, wenn der Wald voller Leben ist, und Herbst, wenn das Laub sich in wunderschönen Farben zeigt. Denken Sie bei der Wanderung daran, dass die Stege und Treppen bei Nässe rutschig sein können.

Der Eintritt zum Lotharpfad ist frei, am Ende des Weges wird um Spenden gebeten.